\documentclass[11pt,twoside]{report}
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\pagestyle{headings}

\newcommand{\TA}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries A:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\TAB}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries A und B:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\TAC}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries A und C:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\TB}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries B:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\TBC}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries B und C:}\hspace{0.7em}}
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\newcommand{\TE}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries E:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\TZ}{\hspace{-1em}{\sf\bfseries Z:}\hspace{0.7em}}
\newcommand{\betont}[1]{\textsl{\textbf{#1}}}

\begin{document}

\chapter*
{
\begin{center}
Werbeblock 1
\end{center}
}

\begin{multicols}{2}
(Musik: \glqq Der Entertainer\grqq\ von Joplin.
Ein ca. 150cm breites Schild mit dem Schriftzug \glqq Werbung\grqq\ wird über
die Bühne getragen. Eine ca. 1m große Zigarrettenschachtel der Marke
\glqq Happy Cancer\grqq\ tanzt über die Bühne.)

(Die Musik eine Weile spielen lassen, dann:)

\TE Halt, halt, halt! So geht das ja nun nicht!

(Musik stoppt)

\TZ Was \betont{wollen} Sie?
   Das hier ist der \betont{Wer-be-block}!

\TE Wir haben keine Werbung bestellt.
   Hier geht es um Software-Patente.
   EU-Politik. \glqq Geistiges Eigentum\grqq.

\TZ Paßt doch:
   \glqq Wer bei Werbung wegschaut,
   begeht Diebstahl geistigen Eigentums.\grqq

\TE Wer sagt denn sowas?

\TZ Jamie Kellner, Chef von Turner Broadcasting,
   einer Firma von AOL Time Warner.
   Also halten Sie uns gefälligst nicht länger von unserer Arbeit ab.

\TE Ein amerikanischer Werbefritze sagt das?
   Wir sind hier aber in der EU,
   und da gibt es das Tabakwerbeverbot.

\TZ Tabakwerbeverbot?

\TE Europäisches Tabakwerbeverbot.
   EU-Richt\-li\-nie von 1998 zur Harmonisierung des EU-Bin\-nen\-mark\-tes.

\TZ EU-Richtlinie?
   Harmonisierung?
   Das werden wir überprüfen.

(Die Werbeleute packen ihre Sachen ein und ziehen von dannen.)
\end{multicols}

\chapter*{
\begin{center}
Kabarett, Teil 1
\end{center}
}

\begin{multicols}{2}
\TA (liest die Kaputt Klimbim 2/1978)

\TB (liest eine c't)

\TC (liest das Linux-Magazin 10/2002)

\TA (lacht sich schlapp)

\TB He! Was hast du da? Ich will mitlachen!

\TA Okay -- paß auf:\\
   Anruf im Krankenhaus: \glqq Hilfe! Ich bin hier mit meinem Kumpel auf
   der Jagd, und der ist umgekippt -- einfach so! Ich glaube, er ist
   tot! Was soll ich tun?\grqq \\
   \glqq Hmm... okay: Als erstes vergewissern Sie sich, daß er wirklich
   tot ist.\grqq \\
   Aus dem Telefon hört man einen Schuß.\\
   (imitiert ein Schußgeräusch)\\
   \glqq Okay. Und jetzt?\grqq

\TB (lacht kurz)
   Der war gut!

\TA Oder der hier:\\
   Anruf im Krankenhaus: \glqq Herr Doktor, Hilfe! Ich habe mir ins Knie
   geschossen!\grqq \\
   \glqq Wie ist denn das passiert? Unfall?\grqq \\
   \glqq Nein -- vor ein paar Jahren hat sich ein Kumpel von mir ins Knie
   geschossen, und er meinte immer, ich solle das auch tun.\grqq \\
   \glqq Und ihm hatte das damals nicht geschadet?\grqq \\
   \glqq Doch, doch. Seitdem humpelt er.\\
   \glqq Und wieso machen Sie das dann nach?\grqq \\
   \glqq Ich hatte gedacht, ich könnte diese negativen Auswirkungen
   vermeiden.\grqq

\TB (... nach kurzer Pause:) Hmm... und wo ist da der Witz?

\TA Warte mal kurz ...
   Nee, Tschuldigung -- das war gar kein Witz.
   Das war eine der Begründungen der EU-Kommission, warum wir
   unbedingt in Europa Software-Patente haben müssen, obwohl man
   doch bei den Amis klar sieht, wohin das führt.

\TB Ach so. Na dann ...

\TAB (lesen weiter)

(Atempause)

\TB (gibt Laute des Entsetzens von sich)

\TA Was ist?

\TB Hier:
   Eine Regierung will eine Gesetzesänderung durchbringen und hat
   dazu die Betroffenen befragt. 92\% der Antworten waren \betont{gegen} die
   Gesetzesänderung. Daraufhin hat die Regierung die Antworten nach
   ihrem \glqq wirtschaftlichen Gewicht\grqq\ sortiert und 85\% der Antworten
   weggeworfen. Mit dem Rest blieb dann eine 54-prozentige Mehrheit
   \betont{für} die Gesetzesänderung.

\TA In welcher Bananenrepublik passiert denn so was?

\TB Moment ... hier steht: \glqq EU-Kommission\grqq .

\TA Ach nee! Die schon wieder?

\TB Ja. Das ist ebenfalls eine der Begründungen, warum wir unbedingt in
   Europa Software-Patente haben müssen.

\TA Hmm...
   Na dann ...

\TAB (lesen weiter)

(Atempause)

\TC (gibt Laute des Mißfallens von sich)

\TB Na?

\TC Schon wieder die von der EU-Kommission:
   Jetzt haben sie auch die Software-Unternehmer gefragt, was diese von
   Software-Patenten halten.

\TA Und? Was kam heraus?

\TC Von denen will niemand Software-Patente haben.

\TB Also diesmal keine Begründung \betont{für} Software-Patente?

\TC Doch, doch:
   Die Kommission schließt aus der Umfrage, daß
   die Software-Unternehmer nur deswegen gegen Software-Patente seien,
   weil sie davon keine Ahnung hätten.
   Konsequenz: Man muß ebendiese Software-Unternehmer besser darüber
   unterrichten, was gut für sie ist.

\TA Hmm...
   Na dann ...

\TAB (lesen weiter)

(Atempause)

\TA (lacht sich schlapp)

\TB Na? Noch ein guter Witz?

\TA Nee -- ein Rätsel.
   Paßt mal auf: Was ist das?
   \glqq Digitaldaten-Verarbeitungssystem mit einer
   Ziel-Datenverarbeitungseinrichtung, die durch eine
   Nachrichtenübertragungseinrichtung mit einer
   Quellen-Datenverarbeitungseinrichtung verbunden ist,
   und bei dem die Quellen-Datenverarbeitungseinrichtung eine
   Fernaufruf-Bereitstellungseinrichtung zum Bereitstellen eines
   Fernaufrufs für ein aufrufbares Programm in der
   Ziel-Datenverarbeitungseinrichtung aufweist ...\grqq

\TB Also \betont{ich} geb's auf.

\TA \glqq ... und die Ziel-Datenverarbeitungseinrichtung eine
   Fernaufruf-Empfangseinrichtung zum Empfangen des Fernaufrufs und
   zum Ausführen eines Aufrufes für das aufrufbare Programm
   aufweist, und das ein Aufrufprotokoll aufweist, das ...\grqq

\TC Hör auf, hör \betont{auf} ...

\TA Aber ich bin noch nicht einmal halb fertig!

\TC ... da kommen wir \betont{nie} drauf.

\TA Remote shell. RSH.

\TB RSH soll das sein? Na, von mir aus.

\TA Und SSH. Und UUCP.
   Eben die Steuerung eines Computers durch einen anderen.

\TB Ach so.
   Und was ist daran so lustig?

\TA (grinst immer breiter)
   Da hat jemand dem Europaparlament erzählt,
   so eine Beschreibung sei für Programmierer
   besser nachzuvollziehen als offengelegter Quelltext.

\TBC (lachen sich schlapp)

\TC Teufel auch ...

\TB Das ist ja kaum zu glauben!

\TA Hmm... nur die vom Europaparlament scheinen
   den Witz nicht verstanden zu haben ...
   He, wartet mal!

\TB Was ist?

\TA Das ist gar kein Rätsel. Das ist eine Patentschrift.
   Anspruch 1, genaugenommen.

\TB Und?

\TA Das heißt, man muß um Erlaubnis fragen, wenn man das, was da
   steht, machen will.

\TB Um Erlaubnis fragen, wenn man RSH machen will?

\TA Ja.

\TB Beim Autor von RSH, oder wo?

\TA Nein, beim Patentinhaber. Bei dem, der den Text von eben
   geschrieben hat.

\TB Wieso bei dem? Der hat's doch nicht programmiert.

\TA Aber dem gehört die Idee.

\TB Welche Idee? So was wie RSH zu schreiben?

\TA Ja, genau.

\TB Aber Remote Shells gab es doch schon vor über 30 Jahren!
   Von der Sorte Patente gibt's doch hoffentlich nicht noch mehr, oder?

\TA Circa 30000 in Europa.

\TB Aber das ist doch \betont{völlig gegen geltendes Recht}!

\TA Das stimmt zwar, aber sie wurden trotzdem erteilt.
    Und niemand erklärt einem, warum.

\TB Hmm...

\TC (liest immer noch das Linux-Magazin 10/2002)
   Und hier finden sie das auch noch völlig in Ordnung.

\TB Bitte -- \betont{was}?!

\TC Hier steht, das sei völlig in Ordnung,
   wenn der Erfinder dafür Geld verlangen könne,
   daß man sich seiner innovativen Ideen bedient.

\TB Da will einer Remote Shell erfunden haben?

\TC Genau.

\TB Und wir sollen ihm für die Erlaubnis, ein Programm schreiben zu
   dürfen, Geld geben?

\TC Genau.

\TB Und die finden das in Ordnung?

\TC Genau.
   Man soll entweder zahlen -
   oder das Patent vor Gericht anfechten.

\TB Und das 30000mal.
   \betont{Sonst} haben wir \betont{nichts} zu tun?
   Oder \betont{wie} stellen die sich das vor?

\TC Alles eine Frage der richtigen Organisation, steht hier.

\TAB (laut, ironisch) Aaah -- ja!\\
         (lesen weiter)

(Atempause)

\TB Au weia!

\TA Was ist?

\TB Die Gesetzesänderung von vorhin.
   Die ist nicht von gewählten Volksvertretern geschrieben worden,
   sondern von ein paar reichen Großkonzernen in den USA.

\TA Paßt doch gut zusammen.
   In welcher Bananenrepublik war das noch gleich?

\TB EU.

\TC (wälzt verschiedene Zeitschriften: Welt, Spiegel, ...)
   Komisch: Hier steht nirgendwo etwas darüber.

\TB Und einer meint, das sei doch in Ordnung.
   wenn eine Regierung Experten hinzuziehe,
   um ein Gesetz zu entwerfen.

\TA USA-Großkonzerne als Experten für EU-Recht?

(Betretenes Schweigen ... alle sehen einander fassungslos an)

\TB (zu A) Weißt Du was?
   Lies uns am besten noch einen Witz vor,
   solange das noch erlaubt ist.

\TC (findet zwischen den Computerzeitschriften einen Brief)

\TA Na gut ...
   Also:
   Nachdem der liebe Gott die Schweiz geschaffen hat, fragt er einen
   Schweizer, ob er noch einen Wunsch hat.
   Der Schweizer antwortet: \glqq Berge!\grqq\
   Gott schafft Berge, schenkt sie dem Schweizer und fragt, ob er
   sonst noch einen Wunsch hat.
   Der Schweizer antwortet: \glqq Seen!\grqq\
   Gott schafft Seen, schenkt sie dem Schweizer und fragt, ob er
   vielleicht noch einen Wunsch hat.
   Der Schweizer antwortet: \glqq Eine Kuh!\grqq\
   Gott schafft für den Schweizer eine Kuh. Der Schweizer setzt sich
   hin, melkt die Kuh und reicht dem lieben Gott ein Glas Milch.
   Gott trinkt die Milch und fragt: \glqq Hast du sonst noch einen
   Wunsch?\grqq\
   Der Schweizer antwortet:
   \glqq Ja: Bitte zwei Franken fünfzig für die Milch.\grqq

\TB (lacht) Ha! Jetzt fehlt eigentlich nur noch, daß der Schweizer
   Gott verbietet, \betont{selbst} eine Kuh zu melken ...

\TC (fällt B ins Wort und deutet auf seinen Brief)
   Hey -- Entwarnung, Leute!
   Alles halb so wild.
   Hier: Ein Brief von der Bundesregierung \betont{per"~sön"~lich}!

\TAB Was steht denn da?

\TC \glqq Entgegen Ihren Befürchtungen streben weder die Europäische
   Kommission noch die Bundesregierung eine Ausweitung der
   derzeitigen Patentierungspraxis an.\grqq\
   Da haben wir's. Schwarz auf weiß.

\TB Praxis? Wenn die Remote Shell schon patentiert ist, was will man
   denn da noch ausweiten?

\TC Hmm... da steht aber noch mehr:
   \glqq ... wird weiter klargestellt, dass Datenverarbeitungsprogramme
   'als solche', also ohne technischen Effekt, nicht als Erfindungen
   angesehen werden.\grqq\
   Na also! Entwarnung, Leute!

\TA (liest etwas aus seinem Witzblatt vor)
   \glqq ... dass alle Programme, die auf einem Computer ablaufen, per
   Definition als technisch anzusehen sind (da es sich bei dem
   Computer um eine Maschine handelt).\grqq

\TC Woher hast Du das?

\TB (deutet auf das Witzblatt von A)
   Was liest Du da überhaupt?

\TA Richtlinienentwurf der EU-Kommission vom 20. Februar 2002.

\TC Aber hier in dem Brief steht:
   \glqq Reine Quellcodes zum Beispiel können also allenfalls
   urheberrechtlichem Schutz unterfallen.\grqq

\TA Ist doch klar:
   Wenn Du einen Quelltext ausdruckst, einrahmst und bei Dir an die
   Wand hängst, verletzst Du kein Patent. Sobald Du allerdings das
   Programm laufen läßt ...

\TC Hmm... dann wohl doch keine Entwarnung. Schade.
   (vertieft sich wieder in die Computerzeitschrift)

\TAB (lesen ebenfalls weiter)

(Atempause)

\TA Ah...

\TB Was ist?

\TA Es gibt einen \betont{neuen} Richtlinienentwurf.
   Version des Rats der Europäischen Union vom 8. November 2002.
   Darin steht:
   \glqq Ein Patentanspruch auf ein Computerprogramm, ... ist ...
   zulässig, insoweit das Programm, wenn es auf einem Computer,
   auf einem programmierten Computernetz oder einer sonstigen
   programmierbaren Vorrichtung installiert und ausgeführt wird,
   einen in derselben Patentanmeldung erhobenen Erzeugnis- oder
   Verfahrensanspruch gemäß Absatz 1 begründet.\grqq

\TB Und was heißt das auf Deutsch?

\TA Daß schon der Programmquelltext ein Patent verletzen kann.
   Also doch nix mit Ausdrucken und an die Wand Hängen.

\TB Hmm...
   Sonst noch was, was sich geändert hat?

\TA Ja: Die haben Artikel 3 gestrichen, um, wie sie sagen,
   \glqq mißverständlichen Interpretationen durch Kritiker vorzubeugen\grqq .
   Darin stand wohl doch etwas \betont{zu} deutlich, daß jede Software
   patentierbar wird.
   Stattdessen steht jetzt in Artikel~4:
   Eine computerimplementierte Erfindung \glqq erfüllt trotz der
   Tatsache, daß sie einem Gebiet der Technik zugerechnet wird,
   sofern sie keinen technischen Beitrag zum Stand der Technik
   leistet, z.B. weil dem besonderen Beitrag die Technizität fehlt,
   nicht das Kriterium der erfinderischen Tätigkeit und ist somit
   nicht patentierbar\grqq .

\TB Und was heißt das auf Deutsch?

\TA Schwer zu sagen. Ich verstehe das so, daß etwas Technisches, was
   nicht technisch ist, auch nicht patentierbar ist.

\TB Mit anderen Worten:
   Es gibt nichts, was nicht patentierbar wäre?

\TA Möglich. Kann sein.
   Solange nirgendwo steht, was mit \glqq technisch\grqq\ gemeint ist, ...

\TC Das hat aber neulich einer gesagt.

\TA Was?

\TB Wer?

\TC Na, auf der Parlamentssitzung am 7. November.
   Da hat ein Jurist genau erklärt, was mit \glqq technisch\grqq\ gemeint ist.

\TA Au ja!

\TB Was hat er denn gesagt?

\TC \glqq Technisch heißt: Es muß technisch sein.\grqq\
   Das hat er gesagt.
   Vor dem Europaparlament.

\TA Was war denn \betont{das} für einer?

\TC Ein Vertreter der Software-Industrie.

\TA \betont{Wen} vertritt der?

\TB Ich dachte, das war ein Jurist.

\TC Ein Jurist aus der Patentabteilung einer großen Software-Firma.

\TAB Aaah -- ja!

\TA Kam denn auch ein Programmierer zu Wort?

\TC Ja, ein britischer Software-Unternehmer.

\TB Immerhin!

\TA Und was hat er gesagt?

\TC Die EU-Kommission hat ja geschrieben, daß die Software-Unternehmer
   nur deswegen gegen Software-Patente seien, weil sie keine Ahnung
   davon hätten, und daß man sie besser unterrichten müsse.

\TA Und?

\TC (grinst)
   Unter anderem hat er den Parlamentariern gesagt,
   was er davon hält,
   wenn man ihn als \glqq unwissend\grqq\ bezeichnet.

\TA Und was hat er sonst noch gesagt?

\TC Er hat klargestellt, daß mittelständische Unternehmen gute Gründe
   haben, Software-Patente abzulehnen.

\TB Ich hoffe, es hat jemand zugehört?

\TC Die, die da waren, ja.

\TB Immerhin.
   (liest weiter)

(Atempause)

\TA Und was machen wir jetzt?
   Wenn Software patentiert werden kann -- das ist doch pervers!

\TC Genau:\\
   Patente für Hardware: Regale, Autos, Computer.\\
   Urheberrecht für Software: Romane, Musik, Computerprogramme.\\
   So war es eigentlich gedacht ...

\TA Und wenn man das verdreht, wird es absurd.

\TC Absurdes Theater, sozusagen.
   Hmm...
   Vielleicht können wir ja ein absurdes Theaterstück daraus machen?

\TA Vielleicht Urheberrecht auf ein Regal?

\TC Mal sehen ...
   Das Regal wäre dann ein Kunstwerk, das bis 70 Jahre nach dem Tod
   des Künstlers nicht kopiert werden darf.

\TA Im Gegensatz zu einem Patent, das nur 20 Jahre lang gilt.

\TC Dafür greift das Urheberrecht nur bei einer exakten Kopie,
   ein Patent aber bereits dann, wenn nur die Funktionsweise gleich ist.

\TA Okay.
   Also: Einem Regalhersteller ist das Patent abgelaufen.
   Er stellt daher ein Regal in ein Museum
   und beansprucht ab da das Urheberrecht.

\TC ... und verklagt jeden, der ein ähnlich aussehendes Regal baut.

\TA ... wobei sich das bei Regalen ja gar nicht vermeiden läßt.
   Man kann ja schlecht die Regalböden schräg anbringen.

\TC Der Richter merkt dann aber, daß die \glqq Kopien\grqq\ gar keine exakten
   Kopien sind und weist die Klage zurück.

\TB (guckt in seine c't)
   Nee -- die Klage ist durchgekommen.

\TAC (drehen sich zu B um)\\
    Was?

\TB Das ist alles genau so passiert, und die Klage ist durchgekommen.

\TA Ja, aber ...

\TC Moment: Ich dachte, wir machen hier absurdes Theater.
   Jetzt kommst du an und behauptest, das wäre alles bereits
   Realität?

\TB Gerichtsbeschluß von 1988.
   Das Patent war ausgelaufen, da hat sich die Herstellerfirma etwas
   Neues einfallen lassen.

\TA Aber das würde doch heißen, daß man das Regal als Kunstwerk
   anerkannt hat.

\TB Hat man.
   Der Rechteinhaber hat auch ein Exemplar des Regals
   in ein New Yorker Museum gestellt.

\TA Und jemand anderer hat das Regal aus dem Museum mit einem
   Materiekopierer tausendfach kopiert und verkauft es jetzt?

\TC Naja -- wahrscheinlich hat der andere ein Regal gebaut, das exakt
   genau so aussieht.

\TB Weder, noch.
   Jemand anderer hat ein Regal gebaut, das dem entfernt ähnlich sieht.

\TC Moment:
   Das genügt aber nicht, damit das Urheberrecht greift.

\TB Das sah der Richter anders.
   Vielleicht war er in Gedanken beim Patentrecht, als er das Urteil
   fällte?

\TA Wie war das mit absurdem Theater?

(Betretenes Schweigen)

\TB So, Leute, ich muß mich jetzt übrigens dünne machen.
   Meine Freundin holt mich gleich ab zum Tanzkurs.

\TA Hey -- Klasse! Na dann: Viel Spaß!
   Wenigstens auf so etwas werden noch keine Patente erteilt.
   Was macht ihr denn dort zur Zeit?

\TB Samba.
   (tanzt ein paar Schritte)

\TC Samba?
   Das verletzt doch das CIFS-Patent von Microsoft.

\TB (hält inne)

(Licht aus, abruptes Ende)
\end{multicols}

\chapter*
{
\begin{center}
Werbeblock 2
\end{center}
}

\begin{multicols}{2}
(Musik: \glqq Der Entertainer\grqq\ von Joplin.
Ein ca. 150cm breites Schild mit dem Schriftzug \glqq Werbung\grqq\ wird über
die Bühne getragen. Eine ca. 1m große Zigarrettenschachtel der Marke
\glqq Happy Cancer\grqq\ tanzt über die Bühne.)

\TE Halt, halt, halt!

(Musik stoppt)

\TE Ich hatte Ihnen doch vorhin schon gesagt,
   daß wir hier keine Tabakwerbung sehen möchten.
   Europäisches Tabakwerbeverbot!

\TZ Wir haben das überprüft:
   Das Europäische Tabakverbot wird wieder aufgehoben.
   Per Gerichtsbeschluß.

\TE Bitte, \betont{was}?

\TZ Also, es war folgendermaßen:
\begin{enumerate}
\item
   Die EU-Kommission hat das Europäische Tabakwerbeverbot mit
   der Harmonisierung des EU-Marktes begründet.
   \item
   Die deutsche Bundesregierung hat vor dem Europäischen Gerichtshof
   dagegen geklagt mit der Begründung, daß die EU-Kommission das mit der
   Harmonisierung nur vorgeschoben habe, um sich Kompetenzen anmaßen zu
   können, die ihr eigentlich gar nicht zustehen.
   \item
   Der Generalanwalt hat sich dieser Meinung angeschlossen.
   Das ist zwar noch nicht offiziell das Urteil, aber so gut wie.
\end{enumerate}

\TE Die deutsche Bundesregierung klagt, ...

\TZ ... daß das mit der Harmonisierung des EU-Marktes
   nur vorgeschoben war. Ganz recht.
   In Wirklichkeit ging es nämlich nur um die Gesundheit der Europäer.

\TE Was heißt hier \glqq nur\grqq?

\TZ Andere Interessen wiegen schwerer.
   Deswegen wird das Europäische Tabakwerbeverbot wieder aufgehoben.

\TE \betont{Wessen} Interessen wiegen schwerer?
   Wen vertritt die deutsche Bundesregierung eigentlich?

\TZ (triefend ironisch)
   Keine Ahnung.
   (Die Riesenzigarrettenschachtel wird noch einmal so richtig
   schön in Szene gesetzt)
   (Zu den anderen Werbe-Leuten)
   Also, Leute: Weiter geht's!

(Die Werbung setzt ein paar Sekunden vor ihrem natürlichen Ende
wieder ein und wird bis zum Ende durchgezogen.)
\end{multicols}

\chapter*{
\begin{center}
Kabarett, Teil 2
\end{center}
}

\begin{multicols}{2}
\TA (liest eine c't)

\TC (liest das Linux-Magazin 10/2002)

\TB (betritt den Raum)
   Hi!

\TC (konzentriert, ohne aufzublicken)
   Hi!

\TA Hi! Na, wie war das Tanzen?

\TB Ich habe das mit dem CIFS-Patent erwähnt.
   Einer meinte, das sei gar nicht so schlimm.

\TA Wie kommt der darauf?

\TB Das hätte in einer Linux-Fachzeitschrift gestanden.

\TC Meinte er zufällig diese hier?

\TA Ah! Ist das der Artikel?

\TC Ja.

\TA Und? Was steht drin?

\TC Stell Dir vor, Du bist ein Huhn und liest:
   \glqq Legebatterien sind doch gar nicht so schlimm.\grqq

\TA \betont{Was}?

\TC Hier steht zum Beispiel:
   \glqq Ein Patent auf eine Erfindung gleicht offenem Quellcode für
   Programme. Es zeigt, was dahinter steckt ...\grqq

\TA Zum Beispiel ein
   \glqq Digitaldaten-Verarbeitungs\-system mit einer
   Ziel-Datenverarbeitungseinrich\-tung, die durch eine
   Nachrichtenübertragungseinrichtung mit einer
   Quellen-Datenverarbei\-tungseinrichtung verbunden ist, und
   bei dem die Quellen-Datenverarbeitungseinrichtung eine
   Fernaufruf-Bereitstellungseinrichtung ...\grqq

\TB Hör bloß auf damit!
   Das glaubt der Autor doch wohl selber nicht,
   daß derartiges Geschwafel irgendwem nützt.
   Von wegen \glqq wie offener Quellcode\grqq .

\TA Laß mich raten:
   Der Artikel wurde von einem Nicht-Programmierer geschrieben?

\TC Wahrscheinlich. Schon in der Überschrift heißt es:
   \glqq Kein Hindernis für freie Software\grqq .

\TA Hmm... das sollte man vielleicht mal Microsoft erzählen.
   Wenn die hören, daß ihre laufenden Patent-Aktionen eh kein
   Hindernis für die Freie Software darstellen, hören sie vielleicht
   wieder auf?

\TB Wie stellt der sich das vor?

\TC Moment ...
   Hier zum Beispiel:
   \glqq Patentinhaber und Erfinder müssen nicht notwendig ein und
   dieselbe Person sein.\grqq

\TB Stimmt: Ich programmiere eine Freie Software;
   jemand ganz anderer hält ein Patent darauf
   und zwingt mich, die Software wieder aus dem Netz zu nehmen.

\TC Der Artikel schlägt aber vor, daß die Free Software Foundation
   Patente halten und verwerten solle.

\TB (kopfschüttelnd ...) Sollte man nicht denken, daß der Verfasser eines solchen Artikels
    etwas mehr Durchblick hat?

\TA Eben. Es geht doch gerade darum, die Kontrolle abzugeben!

\TC Hier steht: \glqq Um die Kosten zu decken, ist eine prozentuale
   Gewinnabschöpfung denkbar ...\grqq

\TB Das bedeutet: Kontrolle der Stückzahl.
   Also Umwandlung in proprietäre Software.

\TA Schon wieder einer, der nicht verstanden hat, was Freie Software
   eigentlich ist, aber glaubt, zu wissen, wie man sie mit
   Software-Patenten zwangsverheiraten kann.

(Atempause)

\TB Was schreibt der denn zu den Trivialpatenten?

\TA Zum Beispiel Remote Shell?

\TC Hier steht, die seien ... \glqq die Ausnahme\grqq .
   \glqq Befürchtungen, in Europa würden sich ähnliche Zustände
   durchsetzen wie in den USA, die schlicht alles patentieren,
   sind grundlos.\grqq

\TA Remote Shell, Paletten mit Reitern, Elektronischer Einkaufswagen,
   Multitasking, MIME, Vererbung in Corba-Objekten, ...

\TB Datumsangabe in E-Mail. Das hat diese Woche erst jemand entdeckt
   und bei einem Wettbewerb eingereicht.

\TA Insofern stimmt's: Die Befürchtung, es könne eine
   Patentierungspraxis wie in den USA \betont{entstehen}, ist grundlos.
   Wir haben sie längst.

\TC Genau.
   Momentan steht nur die Rechtsunsicherheit zwischen uns und einer
   Welle von Klagen.

\TA Aber es geht ja \betont{\glqq nur\grqq } darum, die Rechtsunsicherheit zu beseitigen.

\TC Eben: (liest vor)
   \glqq ... eigentlich ist gar keine neue Regelung geplant, denn es geht
   um eine Konkretisierung dessen, was ohnehin schon gängiges Recht
   ist.\grqq

\TB Na, großartig!

(Atempause)

\TC Tja -- der Artikel schlägt vor, die Programmierer der Freien
   Software sollen eigene Patente anmelden.

\TA Das hat aber schon mal jemand vorgeschlagen.
   Das war auf dem LinuxTag 2000.

\TB Und wie soll das gehen?

\TA Ganz einfach:
   Man gründet eine Schutzgemeinschaft Open-Source-Software e.V.,
   deren Aufgaben in folgendem bestehen:
   \begin{enumerate}
    \item Überwachung der Anmeldungen und Erteilungen
    \item Dokumentation des Standes der Technik
    \item Warnservice bei der Gefahr von Patentverletzungen
    \item Einsprüche gegen eindeutig ungültige Patente
    \end{enumerate}

\TC (ironisch)
   Klar. Das macht man ja auch einfach so nebenher.

\TB Wieviele Mitarbeiter hat noch gleich
   das Deutsche Patent- und Markenamt?

\TC (singt leise)
   Wer soll das bezaaah-len ... ?

\TA (fährt mit der Aufzählung fort)
   \begin{enumerate}
   \setcounter{enumi}{4}
    \item Information und Aufklärung der Betroffenen
    \item Mitgliederberatung
    \item Rechtliche und finanzielle Hilfe für Mitglieder
   \end{enumerate}

\TC Ist das überhaupt zulässig?
   Gab's da nicht irgendein Gesetz,
   daß nur Anwälte Rechtsberatung machen dürfen
   und daß nur Versicherungen finanzielle Hilfe anbieten dürfen?

\TA Darüberhinaus gründen die Betroffenen gemeinsam eine Pool GmbH,
   die selbst Patente erwirbt und mit den großen Firmen kreuzlizensiert.

\TB Alle gemeinsam eine GmbH?
   Hmm... wie war das noch gleich mit dem Kartellrecht?

\TC (ironisch)
   Ach was! Wenn die bei Microsoft weggucken,
   werden sie das bei uns sicherlich auch tun.

\TA Und dann braucht man \betont{nur noch} die GNU GPL ein bißchen
   abzuändern, und schon darf man bei dem Patentmonopoly mitspielen!

\TB (ironisch)
   \glqq Nur noch.\grqq

\TC Und das soll die Freie Software retten?

\TA Einen \betont{Teil} der Freien Software.

\TC Na, super!

\TB Das geht doch völlig an der Realität vorbei!
   Wer hat das vorgeschlagen?

\TA Ein Patentanwalt und erklärter Gegner der Freien Software.

\TBC Aaah -- ja!

(Atempause)

\TB Ein Kumpel von mir sagt übrigens, die Freie Software nähme doch
   gar keinen Schaden an Software-Patenten.

\TC Welcher von Deinen Kumpels? Der von der FSF Europe?

\TB Nee, der MacOS-Fan.

\TC Oh, seit wann verwendet der denn Freie Software?

\TA Hattest du ihm nicht mal GIMP gezeigt?
   Ist er umgestiegen?

\TB Nee, seine Kunden verlangen CMYK, und solange GIMP das nicht kann,
   kommt ein Umstieg für ihn nicht in Frage.

\TA Nur darf es CMYK für GIMP leider nicht geben,
   weil CMYK ja patentiert ist.

(Atempause)

\TB Wie kann das eigentlich sein, daß sich die Bundesregierung so für
   Software-Patente und damit \betont{gegen} Freie Software einsetzt?
   Steht nicht im Koalitionsvertrag,
   daß sie die Freie Software fördern will?

\TA Tut sie ja auch.
   Zum Beispiel fördert das Bundeswirtschaftsministerium
   Freie Software zum Verschlüsseln.

\TC Du meinst \glqq sicherheit-im-internet.de\grqq ?
   Das wird gerade umstrukturiert.
   \glqq Überarbeitet\grqq .

\TB Wieso wollen die das umstrukturieren?
   Das ist doch das erfolgreichste Portal der Bundesregierung!

\TC Der entscheidende Mann steht im Impressum nicht mehr drin.

\TA He! Was soll das denn bedeuten?

\TC Keine Ahnung.
   Laut Impressum wurde die Mannschaft völlig ausgewechselt.
   Von der alten Truppe ist nur noch einer da,
   und dessen Vertrag läuft im Februar aus.

\TA Moment: Stand nicht neulich im Netz, die wollten die
   Verschlüsselung mit insgesamt 16 Millionen Euro fördern?

\TC (nickt)
   Das war nur ein Mißverständnis.
   Auf der letzten CeBIT wurde eine CD mit freier
   Verschlüsselungs-Software und gedrucktem Handbuch verteilt.
   Auf der kommenden wird es vom Ministerium aus nicht einmal eine CD
   geben.

  (Atempause)

\TB Und der Bundestag?
   Müßte nicht sowieso eigentlich \betont{der} die Gesetze machen?

\TC Der wurde nicht gefragt.
   Das deutsche Justizministerium spielt in Brüssel den
   Patentierbarkeitsengel.
   Der Bundestag darf das dann hinterher nur noch \glqq umsetzen\grqq .

\TA Das sind ja völlig neue Aspekte von \glqq Gewaltenteilung\grqq .

(Atempause)

\TB Und was sagt der Unterausschuß \glqq Neue Medien\grqq\ dazu?

\TC Der soll aufgelöst werden. Stand neulich im Netz.

(Atempause)

\TB Und die in Brüssel?
   Enthält nicht das sechste Rahmenprogramm zur Forschungsförderung
   eine Aussage, daß Freie Software bevorzugt gefördert werden soll?

\TA Stimmt. Auf der einen Seite wird gefördert,
   auf der anderen abgesägt.

\TC Genau wie bei IBM.
   Auf der einen Seite lassen sie sich für ihr \glqq Linux-Engagement\grqq\ feiern,
   auf der anderen Seite drängen sie mit am stärksten auf die
   Einführung von Software-Patenten in Europa.
   Die sind halt groß genug, um sich ein derartiges doppeltes Spiel
   leisten zu können.

\TA Genau wie die Bundesregierung.
   Nur mächtiger.

\TB Da ist Microsoft wenigstens ehrlich:
   Die machen keinen Hehl daraus, daß sie Software-Patente
   einsetzen wollen, um die Freie Software einzustampfen.
   Das stand so schon in den Halloween-Dokumenten,
   und Steve Ballmer hat es auch noch einmal
   auf der Eröffnungsrede der CeBIT 2002 gesagt.

\TA Wieso hält eigentlich ausgerechnet Steve Ballmer diese
    Eröffnungsrede?

    (Betretenes Schweigen)

\TC Also mir reicht's jetzt!
   Ich gehe nach Berlin und sage dort meine Meinung.
   (ab)

\TB He! Ich habe gehört, es gäbe da so eine Patent-Party.
   Vielleicht kann man sich ja daran beteiligen?

\TA Ich nehme auf jeden Fall an diesem
   Patentverletzungsprogrammierwettbewerb teil.

\TB Zu spät: Einsendeschluß war heute um 22 Uhr.
   Aber gleich kommt die Siegerehrung.

\TZ Aber erst nach der Werbung!
\end{multicols}

\chapter*
{
\begin{center}
Werbeblock 3
\end{center}
}

\begin{multicols}{2}
(Musik: \glqq Der Entertainer\grqq\ von Joplin.
Ein ca. 150cm breites Schild mit dem Schriftzug \glqq Werbung\grqq\ wird über
die Bühne getragen. Eine ca. 1m große Zigarrettenschachtel der Marke
\glqq Happy Cancer\grqq\ tanzt über die Bühne.)

(Der Werbeblock wird bis zum Ende durchgezogen;
die Werbe-Leute machen Anstalten, sich wieder zu entfernen.)

\TE Hallo? Kann ich kurz eine Frage stellen?

\TZ Sicher. Worum geht's?

\TE Die EU-Gesetzesrichtlinie zum Tabakwerbeverbot wurde ja von der
   deutschen Bundesregierung wieder zu Fall gebracht.

\TZ Ja, genau.

\TE Das ging deswegen, weil die Harmonisierungs-Begründung für die
   Richtlinie nur vorgeschoben war.

\TZ Ja, genau.

\TE Und wie ist das mit anderen Gesetzesrichtlinien?
   Könnte es eventuell sein, daß auch da die Sache mit der
   Harmonisierung nur vorgeschoben ist?

\TZ Ja, sicher.

\TE Und könnte man die eventuell auf gleiche Weise zu Fall bringen?

\TZ Das kommt drauf an.\\
   An was für eine Richtlinie denken Sie \betont{speziell}?

\TE An die Richtlinie über die Patentierbarkeit computerimplementierter
    Erfindungen. Es müßte doch möglich sein, auch diese Richtlinie zu
    Fall zu bringen, denn auch da ist die Harmonisierung nur
    vorgeschoben.

\TZ Aber, wer profitiert denn von dieser Richtlinie?

\TE Die Patentjuristen und ein paar amerikanische Großkonzerne.

\TZ Sehen Sie? Und was glauben Sie wohl, für \betont{wessen} Interessen
    sich die deutsche Bundesregierung in Brüssel stark macht?

\TE (überlegt)
   Hmm...
   (schüttelt den Kopf)
   Stimmt, das scheint nicht gerade aussichtsreich.
   Aber was kann man sonst machen?

\TZ Die Leute wachrütteln.
   (spielt die Revolutionsetüde)
\end{multicols}

\end{document}

